4.3.
Es hat nachts geregnet und wir hoffen auf mehr Bisse. Nach wenigen Minuten laufen alle Lures hinter dem Boot.
Jeder kennt seine Aufgaben und alle Handgriffe sitzen. Wir brauchen die zwei Deckhands eigentlich nicht.
Es sind zwei neue Jungs an Bord, die noch gar keine Erfahrung haben. Der „´Kleine“ ist erst 17 Jahre und
hat noch nie einen großen Fisch gesehen, geschweige denn gegafft.
Kurz nach 9.00 Uhr reißen die Clips das erste Mal aus den Halterungen – Wahoo 5,5kg. Kurz darauf noch
einer von 6 kg auf die am mitgebrachten Downrigger geschleppte Braid Bonita.
Immer wieder Sail Attacken, die sich bei den ersten Sprüngen dann aber meistens sofort verabschieden.
Dann plötzlich springen Fische hinter dem Boot in panischer Angst aus dem Wasser und im nächsten Augenblick
knallt Carstens 30er Alutecnos los. Sail – und was für ein Brocken. [attach]1478[/attach]
Der Strike war traumhaft, hätte ich gerne auf Video gebannt, aber die Szenerie hat sich für immer in die Hirnrinde gebrannt.
Nach 35 Minuten kommt ein gigantischer Sail ans Boot.[attach]1479[/attach]
Plötzlich taucht ein zweiter kleinere Sail auf, der augenscheinlich dem Gehakten
gefolgt ist. Der große Sail hat sich beim Drill verletzt und wir müssen ihn (als einzigen auf dieser Reise) entnehmen.
Der Fisch misst 2,52 m bis zum Unterkiefer und bringt 55,4 kg auf die Waage. Ibrahim meint, das sei neuer Bootsrekord.
Wir bekommen noch weitere Sail Attacken, aber außer einem Wahoo bleibt nichts hängen.
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Was für ein Tag. Den Abend beschließen wir mit einer Runde schwimmen und etwas Nachtangeln.
Wir bereiten unsere Sachen für den nächsten Tag vor, denn morgen wollen wir auf Yellowfin`s chummen.
5.3.
Um 6.00 Uhr macht Dennis uns und die Crew wach. Wie von einer Sucht gezogen, krabbeln alle aus ihren Kojen.
Wie jeden Morgen schnell ´nen Kaffe oder Tee und dann geht es los. Den eigentlichen Plan auf Tun zu chummen
verwerfen wir nachdem wir in den ersten Minuten, in denen unsere Lures im Wasser sind sofort Sail Strikes
bekommen. Gute Endscheidung, denn bis 12 Uhr fangen wir 3 Wahoos ( 8, 8,5 & 15 kg), 2 Yellowfins im Doppelstrike
7 & 5,7 kg, 3 Sails alle so um die 30 kg (Da wir die Fische vom Dingi aus releasen, können und wollen wir die Fische
nicht wiegen. Daher lässt sich das Gewicht nur schätzen bzw. errechnen). Nach dem Mittagessen entscheiden wir u
ns doch noch, mit Ballonmontage auf Tuna zu chummen – leider ohne Erfolg. Bis zum Einbruch der Dunkelheit fangen
wir noch einen Wahoo von 11 kg und einen Yellowfin von 8 kg. Wir beschließen den Abend wieder mit Nachtangeln.
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6.3.
Heute starten wir um 7.00 Uhr, kommen aber nur bis zur ersten Riffkante. Der Schlauch der Wasserpumpe
am Motor der „Mas Hibaru“ ist geplatzt und wir wurden zum Speedjiggen zwangsüberredet.
Nach einer Stunde war der Schaden behoben und es ging weiter. Nach 5 Minuten der erste Wahoo. Wir
bekommen viele Sail Strikes, die aber alle aussteigen. Mittags das erste Mal Poppern. Nach sehr vielen
ergebnislosen Würfen in der maledivischen Hitze können wir doch noch 3 GT`s um die 12 kg fangen.
Wir sind nassgeschwitzt bis auf die Knochen und beschließen, an der Riffkante ´ne Runde schnorcheln
zu gehen. Bis auf eine kleine Schildkröte und einen Stachelrochen bekommen wir nur kleine Fische vor
die Taucherbrillen. Deshalb beißt hier auch nichts. Wir entschließen uns weiter draußen auf Marlin und
Tun zu schleppen. Doch bis zum Abend fangen wir nur einen Sail von ca. 30 kg auf die 50er. Wir haben
seit Tagen schon in allen Kabinen, auch im Kakao und dem Zucker Ameisen. Ganze Ameisenstrassen
ziehen sich durch unsere Kabinen. Gegen Abend kommen dann auch die Kakalaken aus ihren Schlupflöchern.
Doch was mich nach dem Abendessen im Bad erwartete, war schon etwas für den Zoo.
Eine gut 10 cm lange Kakalake schlenderte durchs Bad und begutachtete fachmännisch oder fachkäferisch
meine Kosmetika. Die „Mas Hibaru“ ist zwar vor gut einem Jahr umgebaut und von außen optisch
aufgepimmt worden, doch im Schiffsrumpf sieht es anders aus – das Schiff ist ein Ranzkahn! Unter
dem lieblos zurechtgeflickten PVC Boden tobt das tierische Leben. Wir machen uns das erste Mal
ernsthaft Sorgen um die Qualität des Duschwassers. Das Wasser aus den Duschen ist teilweise gut
40grad warm, ungefiltert. Was mögen da im Tank wohl an Krankheitserregern oder gar schlimmeren
nisten. Besser gar nicht erst drüber nachdenken, denn mit der Legionärskrankheit möchte ich nicht nach Hause kommen.
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